Künstliche Intelligenz und soziale Medien können Hindernisse im Zugang zu sexueller und reproduktiver Gesundheit und Rechte abbauen, aber auch bestehende Stigmatisierung und Diskriminierung vertiefen. Welche Standards und ethischen Leitplanken braucht es, damit digitale Innovationen Gerechtigkeit fördern statt gefährden? Und wie können wir heute handeln, um inklusive, digitale Gesundheitssysteme zu schaffen?
In den kommenden Jahren wird künstliche Intelligenz (KI) eine noch grössere Rolle in der Gesundheitskommunikation, der Beratung und dem Zugang zu Gesundheitsdiensten spielen. Die Frage bleibt, wie diese Technologien so eingesetzt werden können, dass sie vorhandene Vorurteile und bestehende Ungleichheiten nicht verschärfen. Besonders im globalen Süden könnten benachteiligte Gruppen weiterhin unter den negativen Auswirkungen von diskriminierenden Algorithmen und digitalem Ausschluss leiden.
Künstliche Intelligenz entwickelt sich rasant – von einfachen Chatbots über emotionale Ersteinschätzung bis hin zu autonomen Agenten, die künftig personalisierte Patientenbetreuung übernehmen könnten. Die Zukunft hält tiefgreifende Veränderungen bereit: KI-gestützte Systeme können hilfreich sein, um genomische, hormonelle und Umweltdaten zu analysieren, um Risiken für die reproduktive Gesundheit frühzeitig zu erkennen. Die Frage ist aber nicht nur, was technisch möglich sein wird, sondern ob unsere ethischen, rechtlichen und gesellschaftlichen Strukturen bereit sind, diese Entwicklungen verantwortungsvoll zu gestalten.
Algorithmen, die zur Entscheidungsfindung in sexuellen und reproduktiven Gesundheitsthemen verwendet werden, können Vorurteile verstärken und diskriminierende Inhalte verbreiten. Auch die Gefahr von Desinformation (gezielte Verbreitung von Unwahrheiten) und der Ausschluss von marginalisierten Gruppen aus digitalen Räumen sind bisher ungelöste Probleme. Die Kontrolle und Moderation von Inhalten auf digitalen Plattformen muss dringend in einer Weise weiterentwickelt werden, die den Schutz von Rechten und die Förderung von Gleichberechtigung sichert.
„Statt den Zugang zu Gesundheitsinformationen und -diensten zu verbessern, drohen digitale Technologien neue Hürden zu schaffen – wenn wir nicht gezielt gegensteuern“, warnt Carine Weiss von Medicus Mundi Schweiz. Sie begleitet das Thema auf programmatischer Ebene weiter und beobachtet die weltweiten Entwicklungen.
Die Fachtagung versteht sich als Plattform für Dialog, Vernetzung und lösungsorientierten Austausch zwischen Fachpersonen aus Zivilgesellschaft, Forschung, Politik, Medien und Praxis.
Carine Weiss
Netzwerk Medicus Mundi Schweiz
Documentation MMS Conference 2025
Last week’s conference by Medicus Mundi Switzerland highlighted how digital innovation is transforming global health, especially in the area of sexual and reproductive health and rights (SRHR). Experts discussed how AI and social media can support personalized care, real-time advocacy, and stigma reduction — while also addressing urgent concerns like privacy, bias, and mental health. The conversations made clear: we must harness these technologies responsibly to promote ethical and inclusive health solutions. Explore the key takeaways and recordings in the conference documentation here.
"Mit fünf Mitarbeitenden aus Nepal, Kamerun, der Schweiz und der Zentralafrikanischen Republik nahm FAIRMED am zweiten Treffen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zum Thema vernachlässigte Tropenkrankheiten (NTDs) teil. Und dies nicht als passive Zuhörerin, ganz im Gegenteil: Unter anderem hielt unser Technical Advisor Dr. Alphonse um Boock einen Vortrag zum Thema Lepra bei Kindern in der Republik Kongo und wir durften den Teilnehmenden zwei Beiträge zum Thema Frambösie und Lepra aus Nepal und Zentralafrika präsentieren."
"Bei Enas Zaloum (28) setzten die Wehen in der 25. Schwangerschaftswoche ein. Dass ihr Sohn Mohammed heute munter durch sein Elternhaus in Hebron krabbelt, hat er der Hartnäckigkeit seiner Mutter und seines Vaters Odai (29) zu verdanken: Sie glaubten trotz kritischem Zustand an ihr Frühchen und nahmen alle Hürden, damit Mohammed im Caritas Baby Hospital behandelt wird. Ein Porträt aus Bethlehem von Andrea Krogmann. "
"Notre partenaire Yes Theatre vient de terminer la réalisation d’un film documentaire qui souligne l’importance de renforcer l’accès aux services de santé mentale et de soutien psychosocial en Cisjordanie et dans la Band de Gaza. Ce film présente des témoignages poignants qui ont été réalisés dans des circonstances tragiques. Il rend aussi hommage à celles et ceux qui continuent de lutter pour améliorer le bien-être mental et psychosocial des Palestinien·nes."
"Unser Team vor Ort berichtete, dass wegen eines Bandenüberfalls in Mirebalais, das gut 30 Minuten Autofahrt von Deschapelles entfernt liegt, das Universitätsspital geschlossen wurde. Zahlreiche Patient:innen sowie Personal mussten ans HAS evakuiert werden. Unser Spital platzt aus allen Nähten. Das frühere Cholera-Zentrum wurde hierfür bereitgestellt. Die Mitarbeitenden sind mehr denn je gefordert."
"Bei einem Raketenangriff im Zentrum der ukrainischen Stadt Sumy kamen am Sonntag, 13.April, mindestens 34 Menschen ums Leben.Handicap International warnt seit Jahren vor den verheerenden Auswirkungen von Explosivwaffen in bewohnten Gebieten und verurteilt deren Einsatz entschieden. Diese Waffen töten und verletzen die Zivilbevölkerung und zerstören lebenswichtige Infrastrukturen und Dienstleistungen."
"Nach dem katastrophalen Erdbeben in Myanmar berichtet ein Mitarbeiter unserer Partner-Organisationen für Rettungseinsätze, wie traumatisch die Situation auch für Helfer ist. Viele sind verzweifelt und erschöpft angesichts der Tragödie. Handicap International unterstützt sie mit psychologischer Hilfe."
"So beurteilt Handicap International die Kontamination durch explosive Überresten in Gaza. Nicholas Orr, Spezialist für Sprengstoffkontamination in den besetzten palästinensischen Gebieten, berichtet von der Mission im Dezember 2024 in Deir el-Balah."
A new publication by Swiss TPH and partners defines a global research agenda to tackle noma – a devastating and life-threatening disease mainly affecting children living in extreme poverty. The publication draws on the outcomes of a symposium organized by Swiss TPH and the Noma Survivors Association Elysium, which brought together more than 100 experts, noma survivors and public health stakeholders from around the world. The findings, published today in PLOS Neglected Tropical Diseases, mark a major step in translating the recent WHO recognition of noma as a neglected tropical disease into coordinated research and action.
Ein Dekret aus Washington, ein Leben in Harare: Zwei Geschichten über Einfluss, Widerstandskraft und die Bedeutung der Newlands Clinic.
"In der Apotheke der Newlands Clinic herrscht Ausnahmezustand. Nach den Entscheidungen der US-Regierung zu ihrem Entwicklungsprogramm USAID ist die lückenlose Versorgung mit lebensnotwendigen Präparaten gefährdet. Der Klinik drohen hohe Mehrausgaben für Käufe von bisher gespendeten Medikamenten. (...) Besonders prekär präsentiert sich die Situation für jene 250 Patientinnen und Patienten der Newlands Clinic in Intensivtherapie. Für diese können die lebensnotwendigen Medikamente von Natpharm nicht mehr lückenlos geliefert werden."
"Aktuell werden im Zusammenhang mit dem Konflikt in der Ukraine rund 48 700 Personen vermisst (Stand Ende Februar 2025). Ihre Angehörigen suchen mit Unterstützung des Roten Kreuzes nach ihnen – zum Teil seit Jahren. Im Interview erzählt Matthias Karakus vom Suchdienst SRK von seiner Arbeit."
"Die Trennung von ihren Familien wirkt sich häufig negativ auf die soziale und gesundheitliche Situation von geflüchteten Menschen aus. Das hat die SRK-Studie zum Familiennachzug deutlich gezeigt. Das Zusammenleben ist ein wichtiger Faktor für die Integration. Auch deshalb setzen wir uns für das Recht auf Achtung des Familienlebens ein."
"Zwei Jahre nach Kriegsbeginn im Sudan ist kein Ende der humanitären Krise in Sicht. Millionen Menschen sind direkt oder indirekt von den Kämpfen zwischen den Rapid Support Forces (RSF) und den sudanesischen Streitkräften betroffen. Einem Grossteil der Menschen fehlt es an Nahrung und medizinischer Versorgung: 60 Prozent der 50 Millionen Menschen im Land sind nach Angaben der Vereinten Nationen auf humanitäre Hilfe angewiesen."
"There has never been a more important time to improve our understanding of African genomic data and deliver on the promise of better, more accessible health care for all. To this end, Roche AGP, Swiss TPH and the Centre Suisse de Recherches Scientifiques (CSRS) have launched a new collaboration to expand data collection within the CoDuBu study in Côte d’Ivoire, integrating whole genome sequencing with biomarker and environmental data to explore links between infectious and non-communicable diseases. In this article, we talk with Prof. Dr. Nicole Probst-Hensch (Swiss TPH) and Dr. Siaka Koné (CSRS) about the goals and potential of this important work."
"Calls for more resources to address non-communicable diseases (NCDs), higher taxes on unhealthy products and the decriminalisation of suicide were made at a multi-stakeholder hearing at the United Nations (UN) on Friday. The hearing was convened by UN General Assembly President Philemon Yang to enable stakeholders to identify priorities to address NCDs ahead of the UN High-Level Meeting (HLM) on these diseases set for 25 September."
"Schmelzender Permafrost könnte alte Viren freisetzen. Die WHO simuliert mit ‚Mammutpocken‘ eine solche Gefahr. Die Übung offenbart unerwartete Herausforderungen – aber auch Chancen."
"African countries like Uganda and South Africa are rewriting the rules of emergency response. The rest of the world must follow – or fall behind. Every April, World Immunisation Week is observed with predictable rhetoric: health leaders celebrate progress, governments make declarations, and global agencies issue reports highlighting gains and gaps in vaccination."
"With half of the global population now under the age of 30, the question of how to involve younger adults in global health decision-making is becoming increasingly urgent. In the latest episode of the Global Health Matters podcast, Dr. Garry Aslanyan invites three young leaders to discuss the role of youth in shaping health-related policies and strategies for today and the future."
"The United States’ dismantling of its vast network of global health aid and assistance programmes constitutes “greatest disruption to global health finance in memory” and it is “sowing chaos in public health”, that threatens to roll back decades of progress on infectious and neglected diseases of poverty that affect billions of people, said WHO’s Director General Dr Tedros Adhanom Ghebreyesus on Thursday. "
"The United Nations' chief sexual and reproductive rights agency launches transition amid budget uncertainty over its fate. The head of the United Nations’ chief sexual and reproductive health agency told her staff she planned to step down on July 15, months before her term was scheduled to end in early October."
"The objectives of this guideline are the same as those of the 2011 edition, namely to provide evidence-based normative guidance on interventions to improve adolescent morbidity and mortality by reducing the chances of early pregnancy and its resulting poor health outcomes. The specific objectives of the guideline were to: 1. identify effective interventions to prevent early pregnancy by influencing factors such as early marriage, coerced sex, unsafe abortion, access to contraceptives and access to maternal health services by adolescents; and 2. provide an analytical framework for policy-makers and programme managers to use when selecting evidence-based interventions to prevent early pregnancy and negative health outcomes when they occur that are most appropriate for the needs of their countries and context. The recommendations and best practice statements described in this document aim to enable evidence-based decision-making with respect to preventing early pregnancy and poor reproductive outcomes among adolescents in low- and middle-income country contexts."
"Das Engagement für Gendermedizin nimmt zu. Auch in der Schweiz wächst der Eifer – von verschiedenen Seiten. Der Tatsache, dass sich Krankheiten je nach Geschlecht unterschiedlich äussern, wurde von der Medizin lange keine Beachtung geschenkt. In der Schweiz engagieren sich immer mehr Organisationen für eine geschlechtsspezifische Forschung und Gesundheitsversorgung."
Arbeitsort: Luzern
Einige der Aufgaben umfassen: Kommunikation und Publikationen stehen im Zentrum: • Sie tragen die inhaltliche und redaktionelle Verantwortung für unser Spendermagazin Fokus • Sie leiten die Koordination der Erstellung unseres zweisprachigen Jahresberichts und übernehmen die redaktionelle Leitung • Sie unterstützen die Kommunikation auf unserer Website, in unserem eNewsletter sowie auf Social Media und entwickeln redaktionell Fundraising-Instrumente mit • Sie setzen Storytelling gezielt ein, mit dem Ziel, die Bekanntheit und Wirkung von SolidarMed zu steigern und sichtbar zu machen. • Unterstützung der Kommunikations- und Fundraising-Verantwortlichen bei Bedarf in operativen und administrativen Belangen. Weitere Auskünfte: Pierina Maibach, Co-Leiterin Kommunikation und Fundraising, 041 310 66 60. Bewerbungen bitte mit diesem Formular einreichen: https://app.reflinejobs.io/2008/0024/pub/11/index.html
Arbeitsort: Luzern, Homeoffice möglich
SolidarMed feiert im Jahr 2026 sein 100-jähriges Bestehen. Zur Vorbereitung und Mitarbeit bei der Umsetzung des Jubiläums suchen wir per sofort oder nach Vereinbarung tatkräftige Unterstützung im Bereich Kommunikation und Events. Befristet bis Ende 2026. Ihre Aufgaben Sie gestalten das Jubiläumsjahr aktiv mit: • Unterstützung der Co-Leiterin Kommunikation und Fundraising bei der Planung und Umsetzung von Jubiläumsaktivitäten in der Schweiz (Kommunikation, Veranstaltungen, Partnerschaften) • Mitarbeit bei der Entwicklung von Kommunikationsinhalten: Texte für Website, Social Media, eNewsletter, Jubiläumsdrucksachen • Recherchen und redaktionelle Zuarbeit für Publikationen und Storytelling-Formate im Rahmen des Jubiläums-Projektes • Unterstützung der Verantwortlichen Kommunikation und Fundraising im Projektmanagement (Koordination mit Partner:innen, Terminen und internen Schnittstellen) • Weiter Aufgaben im Bereich Kommunikation und Fundraising bei Bedarf Weitere Auskünfte: Pierina Maibach, Co-Leiterin Kommunikation und Fundraising, 041 310 66 60.
Our program strengthens the health system and improves health outcomes in Cabo Delgado Province. The current projects address paediatric emergency care, cholera, cervical cancer, adolescent health (incl. HIV) and emergency relief. SolidarMed is a respected partner of the Ministry of Health. Innovation, research and policy dialogue are cross-cutting through all projects. The medical director operates under the oversight of the country director. Some of your tasks: • Medical and public health oversight and contribution to strategic development • Mentoring and capacity building to project teams and implementing partners • Ensure project objectives and deliverables are met in a timely manner • Project cycle management, proposal development, reporting, review of annual operation plans Further information: Arlette von Weissenfluh, kontakt@solidarmed.ch, 41 41 310 66 60 Please submit your application using this form: https://app.reflinejobs.io/2008/apply/68147d0f82255398d288e1d7
Bewerbungsfrist: 20. April 2025
Sie verfügen über eine kaufmännische oder gleichwertige Ausbildung, vorzugsweise mit Weiterbildung im Rechnungswesen auf Stufe Sachbearbeiter Finanz- und Rechnungswesen oder befinden sich aktuell im Bachelorstudium in Wirtschaft. Die Arbeit im Bereich der internationalen Entwicklungszusammenarbeit interessiert Sie. Ihre Aufgaben • Sie arbeiten in der Finanz- und Projektbuchhaltung mit Betriebskostenrechnung inkl. Kreditorenbuchhaltung aktiv mit. • Sie überprüfen periodisch die lokalen Projektbuchhaltungen unserer Projekte in Afrika und sind Ansprechperson der Mitarbeitenden bei Fachfragen. • Sie unterstützen die Leitung des Finanz- und Rechnungswesens bei der Erstellung von Zwischen- und Jahresabschlüssen. • Sie unterstützen bei verschiedenen administrativen Arbeiten. Weitere Auskünfte: Daniela Mascarucci, Leiterin Finanzen und Dienste, 041 310 66 60. Bewerbungen bitte mit diesem Formular einreichen: https://app.reflinejobs.io/2008/apply/681480bff174ec6fa0f78471
Swiss TPH "Discussion with Nepal’s former health minister and a prominent political figure in Nepal, Mr. Gagan K Thapa and Mr. Sudip Pokhrel, a health policy advisor on political perspectives of achieving universal health care in low-income settings, such as in Nepal, and international partnerships in light of the uncertainties in global health. Mr. Sudip Pokhrel has served as a health policy advisor for 15+ years with a particular focus on partnerships and aid effectiveness. The discussion will explore political realities of achieving universal health coverage in Nepal, a low-income country, while highlighting the often-overlooked role of political actors in advancing this effort. Additionally, the discussion will explore how institutions in the global North can evolve from traditional donor roles to enablers of more equitable and sustainable models, driven by mutual accountability and shared outcomes. The event is hosted by the Swiss TPH Diversity Equity and Inclusion (DEI) network and will be moderated by Amit Aryal, a PhD candidate at Swiss TPH and a Nepali citizen."
Global Health Centre "Each year during the World Health Organization (WHO)’s World Health Assembly (WHA) happening in May, the Platform hosts a series of side events and discussions around critical global health issues, raising awareness among member states attending WHA meetings. During the Geneva Health Week, the Platform provides important exposure for a wide range of global health actors, enhancing collaborations and partnerships for future discussions and events."
Solidarmed Diese öffentliche Podiumsdiskussion beleuchtet Ursachen, Auswirkungen und mögliche Lösungsansätze des Fachkräftemangels im Gesundheitswesen und schlägt eine Brücke zwischen den Herausforderungen in der Schweiz und jenen im globalen Süden.